Hartmann_Das Lachen der Baubo_88

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Mit Nietzsches Rede von der»Wahrheit als Weib« verabschiedetsich die fröhliche Wissenschaftvon jeder idealistischenPhilosophie, die dem Phantasmader durch einen männlichen Aktepistemologischer Gewaltentschleierbaren nuda veritasaufsitzt. Wenn man NietzschesBezug auf die mythologischeBaubo und deren Geste derSelbstentblößung nachverfolgt,wird Nietzsches Praxis alsÜberwindung des Willens zumWissen deutlich erkennbar. Dennjene Geste der Baubo, die sichjeder ultimativen Deutungentzieht, bleibt dennoch äußerstwirkmächtig, und das nicht nurfür Nietzsche selbst: Der Textschlägt vor, Georges BataillesMobilisierung der Figur desAcéphale in den 1930er Jahrenals Variation der Baubo zu lesen –dies auch, jedoch nicht nuraufgrund ikonografischerAffinitäten. Gleiches gilt fürJacques Lacans theatralischeInszenierung von GustaveCourbets Gemälde L’origine dumonde, einer wichtigen Quellefür dessen Seminar III: DiePsychosen. Diese Filiationen derBaubo eröffnen ein Denken derUnmöglichkeit eines Wissensvom eigenen Ursprung, daskastrierend-bedrohlich, in seinerRätselhaftigkeit fetischistischreizend oder fröhlich-affirmativbesetzt werden kann. Ob dieapotropäische Geste der Bauboals obszön, (unheil)schwanger, tröstend oder belustigendempfunden wird, an ihr stellt sichunvermeidlich die Frage nach dersexuellen Differenz und den Möglichkeiten der Symbolisierungdes Weiblichen immännlichen Diskurs.Keywords: Lachen, Baubo,Schleier, Wahrheit, Weiblichkeit,Apotropaion

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